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Geschichte

Hamm-Bossendorf gehörte mit seinen Ortsteilen Bossendorf, Hamm (auch Hämmken genannt) und Herne bis 1975 zum Amt Marl. Seit der kommunalen Neuordnung ist die Gemeinde ein Ortsteil der Stadt Haltern. Die Geschichte des Dorfes ist eng mit den beiden Gotteshäusern, der Pfarrkirche Hl. Kreuz in Hamm und der Katharinenkapelle in Bossendorf, im Volksmund auch Ludgeruskapelle genannt, verbunden.

Die Katharinenkapelle, auch Ludgeruskapelle genannt, liegt auf dem alten rund ummauerten Friedhof. Die Kapelle gilt als der älteste Steinbau des Vestes Recklinghausen und wird von vielen Kunsthistorikern als die älteste Steinkirche des Bistums angesehen. Wenn es auch keine gesicherten schriftlichen Zeugnisse über den Baubeginn mehr gibt, so sind sich die Fachleute doch darin einig, dass es sich bei dieser Kirche um eine Gründung des Heiligen Ludgerus, des ersten Bischofs von Münster, (742 - 809) handelt. Ausgrabungen des Geheimrates Schuchardt in den Jahren 1904 und 1910 - 1914 beweisen, dass die der Heiligen Katharina von Alexandrien, gestorben um 305, geweihte kleine Kirche Teil einer "curlis carolingis" war, die Karl der Große zur Sicherung seiner sächsischen Eroberungen an dem strategisch wichtigen Lippeübergang bei Haltern und am Schnittpunkt zweier bedeutender alter Verkehrswege anlegte.

 

Die erste Kirche in Hamm, Harne - Winkel am Fluss, dürfte eine Kapelle des adeligen Hauses Hame oder Hamma gewesen sein. Das Haus Hame entstand auf einem Reichshof (Königshof) Karls des Großen am Fuße des Hammer Berges. Über der Lippeniederung gelegen, ist die Kirche heute Mittelpunkt einer in diesem Bereich noch intakten Streusiedlung. Die Kirche wurde zu Beginn als einfaches rechteckiges Gotteshaus im 12. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet. Dem Geist der Zeit entsprechend, es war die Zeit der Kreuzzüge, erhielt die der Heiligen Helena geweihte Kirche den Namen Heilig Kreuz, der auch heute noch gebräuchlich ist.